Die Maikäfer-Flugschau beginnt

Eichenblätter lassen sich die erwachsenen Maikäfer besonders gern schmecken.

Foto: NW-FVA

 

Alle vier Jahre ist ein Hauptflugjahr des Maikäfers - Raum Hanau in 2020 besonders stark betroffen

Der Maikäfer ist unterwegs. Und nicht nur einer, nicht hundert, sondern hunderttausende sieht man im letzten Tageslicht und hört sie vernehmlich brummen! Wie erwartet hat in den Wäldern um  Hanau Rodenbach und in angrenzenden Bereichen  das Massenflugjahr des Maikäfers begonnen. „Wir beobachten den Maikäfer in unserem Raum seit vielen Jahren und lassen von der Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) Probegrabungen nach Engerlingen durchführen“, führt Forstamtsleiter Christian Schaefer aus. Vier Jahre braucht der Maikäfer, bis er sich aus einem Engerling in einen Käfer verwandelt. Die Experten prognostizierten für 2020 ein Hauptflugjahr des Insekts. Die Probegrabungen in 2019 im Raum Hanau ergaben achtfache mittlere Dichte im Vergleich zu 2015. Effektive Methoden zur Reduktion der Maikäferdichte gibt es bislang nicht.

„Der Blattfraß der Käfer an gesunden Waldbäumen spielt normalerweise nur eine untergeordnete Rolle. Selbst Kahlfraß können einige Baumarten, zum Beispiel die Eichenarten überstehen, weil sie im Juni ein zweites Mal austreiben können“, erklärt der Forstmann. Viel gefährlicher sei der Wurzelfraß der Engerlinge. Die Feinwurzeln der Bäume fressen sie vollständig auf, von stärkeren Wurzeln nagen Sie die Rinde ab. „So kommt als Stressfaktor für unsere Bäume zu der starken Trockenheit auch noch die Schädigung der Wurzeln hinzu“. Schaefer ist besorgt. Das Forstamt hat die Pflanzungen extra ins Hauptflugjahr verschoben, weil da immer die besten Anwuchs-Chancen für die Nachwuchsbäumchen bestehen.

Starke Schäden am Wald erwarten die Experten, wenn ein bis drei ausgewachsene Engerlinge je Quadratmeter im Boden leben. Im Wald des Forstamtes Hanau-Wolfgang, der seit 2011 untersucht wird, wurden bis zu 104 ausgewachsene Engerlinge je Quadratmeter gefunden. Die mittlere Dichte ist mit rund fünf Engerlingen pro Quadratmeter im Vergleich zu 2015 acht Mal höher.

Der Käfer lebt nur ein paar Wochen. Deshalb werden in der nächsten Zeit viele tote Maikäfer zu finden sein. Die Entwicklung vom Ei zum fertigen Maikäfer dauert aber fast vier Jahre. Ihr Leben verbringen die Insekten fast ausschließlich unterirdisch als Larve, den sogenannten Engerlingen. Dort fressen sie zunächst Gras- später auch Baumwurzeln. Das unterbricht die Wasserversorgung und gefährdet die Stabilität. Befallene Bäume haben welke Blätter und fallen schneller um. Ganze Waldareale können auf diese Weise absterben.

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