Umfangreiche Modernisierungen am Abwasserpumpwerk

Herrn Bernhard Jovchev und Maurice Puth, der zukünftig mit einem weiteren Kollegen die örtlichen Aufgaben der Stadtentwässerung übernehmen wird. Foto: privat

Heutzutage ist es selbstverständlich geworden, dass die öffentliche Infrastruktur wie beispielsweise Strom, Breitband, Wasser und Abwasserentsorgung jederzeit und uneingeschränkt zu Verfügung stehen. Bewusst wird einem diese Situation meist erst dann, wenn die Nutzung infolge einer Störung eingeschränkt ist oder gänzlich ausfällt.

Die verantwortlichen der Stadt Bruchköbel sind sich als Betreiber der öffentlichen Abwasseranlagen der hohen Anforderungen an einen sicheren Betrieb sowie der einhergehenden Maßnahmen bewusst und haben in den vergangenen rund             25 Jahren umfassende Erneuerung bzw. Ertüchtigungsmaßnahmen umgesetzt. Die hohen Investitionskosten haben in einem nicht unerheblichen Teil die jeweiligen Haushalte belastet. Meist gingen die Umsetzungen dann mit umfassenden örtlichen Baumaßnahmen in einzelnen Straßenzügen einher.

In den letzten Jahren hat die Verwaltung nunmehr einen Schwerpunkt auf Erneuerungsmaßnahmen an den sechs städtischen Pumpwerken gelegt. Die meist in die Jahre gekommene technische Ausrüstung ist störanfällig geworden und entsprach auch teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen und den Sicherheitsstandards.

So wurden, ohne dass es von der Bevölkerung wahrgenommen wurde, in den vergangenen Wochen am Abwasserpumpwerk westlich der Bahndamms in Höhe des Kinzigheimer Weges die komplette Elektrotechnische Mess- Steuer- und Regeltechnik (EMSR-Technik) erneuert. In diesem Pumpwerk werden seit dem Anschluss der Stadt Bruchköbel an die Kläranlage Hanau alle Abwässer der Stadtteile Bruchköbel, Roßdorf, Nieder- und Oberissigheim mit insgesamt über 20.000 Einwohnern und zahlreicher Gewerbetreibender angehoben, um sie im weiteren Verlauf im freien Gefälle der Kläranlage Hanau zuführen zu können. Innerhalb eines Jahres durchlaufen das Pumpwerk rund 2,5 Mio. Kubikmeter Abwasser. Kontinuierlich werden bei trockener Witterung dort rund 70 l/s gefördert. Beim Einsetzen entsprechender Niederschläge kann die Leistungsfähigkeit des Pumpwerkes dann auf bis zu rund 700 l/s erhöht werden.

Die zwischenzeitlich umgesetzten Maßnahmen waren insofern eine Operation am Herzen der Stadtentwässerung und mussten sehr sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Dies auch bis hin der Erörterung von ggf. greifenden Notfallmaßnahmen, damit auch während des rund          4-wöchigen Umbaus der Betrieb weiter sichergestellt werden konnte.

Die Arbeiten wurden teilweise bis in die Nacht und an Wochenenden vollzogen, um möglichst zügig und reibungslos den Umbau zu vollziehen. Neben der ausführenden Firma hat das städtische Personal rund um die Uhr die Maßnahme begleitet und überwacht.

Während der vergangenen Niederschlagsereignisse konnten nunmehr real, die im Vorfeld abgestimmten und programmierten Verfahrensabläufe zur vollsten Zufriedenheit des zuständigen städtischen Personals getestet werden.

Einhergehend mit Notfallalarmierung und der Möglichkeit zur Datenfernabfrage hat die Stadt Bruchköbel einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Betriebssicherheit vollzogen.

Mit einen Kostenrahmen von rund 250.000 € waren an diesem Standort die nunmehr umgesetzten Maßnahmen der vorläufige Abschluss des Sanierungskonzeptes.

Zuvor wurde ebenfalls die komplette EMSR-Technik, des nahegelegenen östlich der Bahnlinie vorhanden Regenwasserpumpwerks erneuert. Durch den nunmehrigen Umbau ist es möglich, beide Anlagen im Verbund zu betreiben. An diesem Standort können zusätzlich bei Starkregenereignissen mittels drei stromunabhängiger dieselmotorbetriebener Hochleitungspumpen bis zu rund 4.000 l/s (ca. 40 Badewannen je Sekunde!) Niederschlagswasser verpumpt werden. Einhergehend mit dem Neubau eines dortigen Regenrückhaltebeckens sind in den letzten Jahren an beiden Standorten rund 1,0 Mio. Euro investiert worden.

Mit dem Abschluss der Maßnahme geht auch eine Ära eines der beiden für das Abwassernetz zuständigen Mitarbeiters der Stadt Bruchköbel zu Ende. Über 30 Jahre war Herr Bernhard Jovchev zuständig für den örtlichen reibungslosen Betrieb der Abwasseranlagen. Seine Kollegen kennen Herrn Jovchev als ruhigen, zuverlässigen, fleißigen und immer gut gelaunten Kollegen. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, seinen Arbeitsbereich und die entsprechenden Anlagen stets in einwandfreien Zustand zu halten. Er geht zum 01.11.2019 in den wohlverdienten Ruhestand. Die Verantwortlichen der Stadt Bruchköbel und Kollegen danken Herrn Jovchev voller Anerkennung für sein großes Engagement, dass er auch oftmals außerhalb seiner eigentlichen Arbeitszeit im Sinne einer sicheren Abwasserentsorgung wahrnahm.

 

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