Sieben auf einen Streich

Bürgermeisterkandidaten bieten Gespräche an

Foto: J. Foisinger

(Bruchköbel/jgd) – So einen Wahlkampf um das Bürgermeisteramt hat die Stadt noch nicht erlebt. Die Anzahl von sieben Kandidaten ist eine bemerkenswerte Größenordnung.

Die Kandidaten und die Kandidatin sind in diesem großen Feld darum bemüht, sich voneinander zu differenzieren und Aufmerksamkeit bei den Bürgern zu gewinnen. Und es geht darum, die eigenen Anhänger zu mobilisieren – Letzteres ist im politischen Betrieb eine wichtige Grundregel für den erfolgreichen Wahlkampf. Wer die eigenen „Truppen“ nicht an die Wahlurne bringt, hat schlechte Karten. Und so kommt nun auch politische Bewegung in den Kampf um den Wahlsieg am 27. Oktober.

Die Kandidaten haben inzwischen, jede/r auf eigene Art, ihre Fahrpläne entwickelt, um mit den Bürgern in Kontakt zu kommen, sich diesen vorzustellen, sich befragen zu lassen und natürlich ihre politischen Absichten, ihre Ideen für die Stadt zu erläutern. Dafür haben sie in den nächsten Wochen viele Termine bekanntgegeben, zu denen man die Bewerber in angenehmer Atmosphäre treffen kann, in verschiedenen Lokalitäten der Stadt. Somit bietet sich für die Bürger in jedem Stadtteil die Gelegenheit zur Begegnung mit den Kandidaten. Einfach mal Kennenlernen, das Auftreten begutachten, kritische Fragen stellen, oder Sorgen und Bedenken loswerden, wird so möglich. Und ein Höhepunkt dürfte dann sicherlich die traditionell vom „Hanauer Anzeiger“ veranstaltete Podiumsdiskussion sein (17.10. im Bürgerhaus).

Zankapfel Bauhof
Nachdem die „Neue Mitte“ durch den letzten Parlamentsentscheid im Juni nicht mehr den Zündstoff für den folgenden Wahlkampf liefert, kristallisieren sich neue Themen heraus. Durchaus mit interessanter Relevanz. Einen Aufschlag setzte zum Beispiel jüngst die Kandidatin Sylvia Braun mit ihrer Idee, den Bau- und Wertstoffhof aus der Stadt heraus zu verlagern, und das Gelände für den Wohnbau zu erschließen. Wohnungsbau, und zugleich ein Wohngebiet beruhigen – ein Doppelthema, für das Braun in der Tat ins Feld führen kann, mit ihrer FDP schon früher im Parlament dafür gefochten zu haben. Kandidat Thomas Sliwka roch den Braten und setzte sofort mit der Idee nach, die Anlagen auf ein städtisches Grundstück im Südwesten des Kirlegebiets zu verfrachten. Dem widersprachen dann wiederum die Kandidaten Daniel Weber (der offizielle CDU-Kandidat), Dietmar Hussing (neben Sliwka ein weiterer „inoffizieller“ CDU-Kandidat), Uwe Ringel (Grüne) und Perry von Wittich (SPD), teils über die Presse, teils auch in ihren ersten Wahlveranstaltungen. Denn Sliwkas Vorschlag bedeute ja erneut eine Ansiedelung im Stadtgebiet, und bringe dann auch wieder Zuwachs an Verkehr durch eine Wohnstraße. Eine neue Einrichtung sei dann besser auf einem der Bruchköbeler Gewerbegebiete aufgehoben, so wird begründet.

Stadtteile und Identität
Bei ersten Bürgergesprächen im Saal der Niederissigheimer „Falke“-Schützen und im Hof Lind in Oberissigheim  kamen erwartungsgemäß lokale Probleme dieser Stadtteile zur Sprache. Wie können die Stadtteile besser bemerkbar werden, wer kümmert sich speziell um deren Anliegen? Der Schwund an Einkaufsmöglichkeiten, das wurde in den Versammlungen klar, bereitet den Stadtteil-Bürgern schon länger Sorgen. Auch Fragen um Pflege und Verbesserung der Gehwege wurden gestellt. Vielen Bürgern geht es um die Weiterpflege der Identität ihrer Stadtteile, wie zuletzt an der Diskussion um das offizielle Stadtwappen auf den Feuerwehrautos zu erleben war. Es sei in den letzten Jahren zu oft nur um die Stadtmitte gegangen, hieß es. Wie also können sich die Stadtteile besser bemerkbar machen? Vereinzelt kam die Idee auf, nach Hanauer Vorbild Stadtteilbeiräte einzuführen, die ein neuer Bürgermeister wählen lassen könnte. Das funktioniert in Kommunen wie Hanau gut, und ist vor allem dort nötig, wo „übermächtige“ große Stadtteile eher kleinen Ortsteilen gegenüberstehen. Bruchköbel sei ein Grenzfall, aber im Sinne einer Stärkung der Identität der Stadtteile sei das eine Überlegung wert, war zu hören. Die Bürgertermine der Kandidaten sind jedenfalls gute Gelegenheiten, mit Kandidaten über „Eingemachtes“ zu sprechen.
 

Die nächsten Bürgertermine der Kandidaten

Patrick Baier
26.09. 16:30 Uhr Oberissigheim Brunnen vor der ev. Kirche
29.09. 12:00 Uhr Kerb + Schnitzelessen im Oberissigheimer Feld

10.10. 16:30 Uhr Butterstadt vor Feuerwehrhaus

Sylvia Braun
27.09 20:00 Uhr Dialog im Schützenhaus Niederissigheim

28.09 14:00 Uhr Cafe Kaffeeklatsch, Erich-Ollenhauer-Str. 1

Dietmar Hussing
27.9. 20:00 Uhr Schützenhaus Falke Niederissigheim
30.9. 18.00 Uhr Treffpunkt Nord Pestalozzistraße 3

Thomas Sliwka
26.9. 19:30 Uhr OGV Roßdorf
27.9. 20:00 Uhr Schützenhaus Niederissigheim

Daniel Weber
26.9. 18:30 Uhr Hofgut Vulpius, Roßdorf
27.9. 20:00 Uhr  Schützenhaus Falke Niederissigheim

Perry von Wittich
27.9. 20:00 Uhr Schützenhaus Falke Niederissigheim
1.10. 18:30 Waldschänke Bruchköbel
8.10. 18:30 Vereinsheim Eintr. Oberissigheim

(Wie uns bekannt. Angaben ohne Gewähr. Wird aktualisiert.)

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