Kostenschub beim Feuerwehrhaus Butterstadt

Das neue Wohn- und Geschäftszentrum in der Stadtmitte (Bild: Stadt Bruchköbel/BK).

Und andere Themen im Bauausschuss

(Bruchköbel/jgd) – Bürgermeisterin Sylvia Braun hat in der Sitzung des Bausschusses ihre Absicht bekräftigt, den weiteren Innenstadt-Prozess als Chefsache zu überwachen. Der Sachstand zur Innenstadtentwicklung war eins der Hauptthemen der jüngsten Sitzung. Die Bürgermeisterin will jetzt ein neues politisches Gremium zum Innenstadtprojekt ins Leben rufen, in dem sie mit Teilnehmern der Fraktionen tiefer in die Details gehen will - auch in solche, die, so Sylvia Braun, „noch nicht öffentlich diskutiert“ werden könnten.

Das wohl wichtigste Thema in der Sitzung war der anstehende Verkauf des Grundstücks, auf dem heute noch das Bürgerhaus steht. Der Investor Bonava aus Fürstenwalde, der den Zuschlag erhalten soll, hatte dazu seine Vertreter geschickt. Sie erläuterten das Bauprojekt mit Bildern und Planskizzen. 5.200m² Wohnfläche für ca. 50 Wohnungen und 1.600m² Geschäftsräume sollen am Ort des Bürgerhauses entstehen (siehe Bild). Über den Verkauf des Grundstückes will die Stadt rund 2,5 Millionen Euro erlösen. Wer die Kosten für den Abriss des Bürgerhauses trägt -Stadt oder Käufer- darüber wird noch verhandelt. Am kommenden Dienstag (16.6., Bürgerhaus, 20 Uhr) sollen die Stadtverordneten den Verkauf in öffentlicher Sitzung politisch absegnen.

Neue Ideen gefragt

Das neue Feuerwehrgerätehaus für Butterstadt ist ein weiteres städtisches Bauprojekt. Hier ist die erwartete Baukostensumme gegenüber den ursprünglich geplanten 800.000 Euro aus dem Ruder gelaufen. Nunmehr werden fast 1,5 Millionen Euro (ohne Grundstückskosten) erwartet, was derzeit nicht in die von der Coronakrise geplagte Finanzlandschaft passt. Stephanie Zorbach, neu für den BBB im Parlament, im Zivilberuf eine Finanzspezialistin, piekste denn auch gleich die Absicht der Bürgermeisterin auf, die Finanzierung der fehlenden Summe ins Folgejahr zu verschieben: „Das heisst ja dann, dass die Finanzierung für das laufende Jahr nicht gesichert ist?“ Und Uwe Ringel (Grüne) regte die Zusammenlegung mit einem anderen Feuerwehrstandort an. Denkbar etwa mit Niederissigheim, denn im benachbarten Hammersbach war man vor rund 10 Jahren diesen Weg gegangen. Zwei alte Feuerwehrhäuser wurden damals aufgegeben, ein gemeinsamer Neubau wurde bezogen. Sylvia Braun betonte, dass ihr die „erheblichen Mehrausgaben“ sehr bewusst seien. Sie wünsche sich nun „ein Zeichen der Fraktionen“ zu einer eventuellen Alternative. Allerdings wurde der Beschlussantrag zur Übernahme der Mehrkosten schon für kommende Woche auf die Tagesordnung des Stadtparlaments gesetzt; wer also noch mit anderen Vorschlägen kommen will, muss sich beeilen.

Elektrotankstelle in der Tiefgarage?

Das Vorhaben der Stadtverordneten, in der neuen Tiefgarage des Stadthauses zehn oder zwölf Ladestationen für Elektroautos zu installieren, ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ausschussleiter Reiner Ochs (CDU) hatte Jürgen Reimer von den Kreiswerken Main-Kinzig als kundigen Fachmann eingeladen. Reimer erläuterte den Versammelten die technischen Hintergründe. Möglich seien unterschiedliche Ladekonzepte. Man könne die Ladesäulen so auslegen, dass sie mit relativ geringer Ladeleistung auskommen – dann aber wären sie von jedem Auto stundenlang blockiert. Oder man richtet Schnellladesäulen ein, mit 22 Kilowatt Ladeleistung oder gar 50 Kilowatt. Der Säulenkomplex wird im Grunde umso teurer, je schneller die Zapfstellen in der Lage sind, ein Auto zu laden. Wollen zu viele Autos auf einmal laden, ergibt sich für die einzelnen Säulen eine reduzierte Ladeleistung. Um das auszugleichen, könnte man wiederum eine „Powerwall“, also einen Pufferspeicher, in die Tiefgarage einbauen – auch das würde in die Kosten gehen.

Die Ausschussmitglieder blickten ob der Erläuterungen skeptisch drein. Immerhin sind sie aufgerufen, zu entscheiden, ob Bruchköbel eine Stromtankstelle mit 500.000 Euro vorfinanzieren soll, über die dann fremde Stromanbieter ihren Strom für E-Autos verkaufen. Begeisterung wollte darüber nicht aufkommen. Uwe Ringel (Grüne) schlug vor, die Investition der Anlage auf dem freien Markt auszuschreiben. Der beste Investor würde dann den Zuschlag erhalten. Ein zusätzlicher Kostenschub für die Tiefgarage wäre vermieden. Möglich ist aber auch, dass noch ganz andere Ideen aufkommen. Die Stadt könnte zum Beispiel Ladesäulen in oberirdischen Parkbuchten erstellen. Vorteil: Man könnte den Bestand gemäß dem tatsächlichen Bedarf ins Stadtgebiet erweitern, Sicherheit und Brandschutz wären einfacher zu gewährleisten. Auch könnte die Stadt private Ladestellen fördern, und damit den erwarteten „Druck“ auf öffentliche Ladestellen vermindern.

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