Die Kinder von Auschwitz

Besuch des Autors Alwin Meyer in der Heinrich-Böll-Schule

Foto: privat

Am 03. September fand in der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Bruchköbel eine Lesung des Autors Alwin Meyer, unterstützt durch die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V., statt.

Der 1950 geborene Journalist und Autor Alwin Meyer besuchte mit 21 Jahren die Gedenkstätte Auschwitz und erfuhr  hier erstmals von den rund 232 000 Kindern, die in dem Konzentrationslager ermordet wurden. Nur 650 Kinder konnten befreit werden, 400 davon überlebten. „Ich war entsetzt darüber, zu was unsere Vorfahren im Stande waren zu tun. Und seither packte mich der diffuse Wunsch, diese Kinder zu finden“, erzählte Meyer den Schülerinnen und Schülern des 10ten Jahrgangs der Gesamtschule. Und das tat er auch. Alwin Mayer fand im Laufe der Jahre 80 überlebende Kinder von Auschwitz, besuchte sie auf der ganzen Welt, interviewte und filmte sie. Nicht alle wollten mit dem Journalisten sprechen. Viele jedoch waren bereit über ihre schrecklichen Erfahrungen zu berichten und über eine Kindheit zu sprechen, in welcher der Tod allgegenwärtig war.

In der Aula der Heinrich-Böll-Schule zeigte Alwin Meyer Fotos der Kinder von Auschwitz und erzählte den Schülerinnen und Schülern von den einzelnen Schicksalen. Im Anschluss an die Lesung, konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen an den Autor stellen. Die Zehntklässler behandeln das Thema „Nationalsozialismus“ im Fach Gesellschaftslehre und waren interessiert daran, Geschichte nicht nur aus dem Geschichtsbuch zu erfahren, sondern sich mit  jemandem austauschen zu können, der unmittelbar mit Zeitzeugen gesprochen hat.

„Die Erinnerung bleibt bei den Opfern des Nationalsozialismus immer bestehen. Und es ist eine Lebensleistung, sich eine Zukunft trotz Erinnerung aufbauen zu können, wieder jung zu werden und so wie andere Menschen zu altern“, erklärte Meyer den interessierten Zehntklässlern. „Und es ist wichtig, dass diese Erinnerungen an künftige Generationen weitergegeben werden, sodass sich diese schreckliche Zeit nicht mehr wiederholt. Daher besuche ich Schulen und berichte davon“.

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