Beauftragte für das Kindeswohl

Foto: privat

Das Thema Kindeswohl ist schon länger in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion, leider oft aus traurigem Anlass. Besondere Bedeutung kommt der Verhinderung von Gefährdungen des Wohlergehens von Kindern und Jugendlichen zu.

Dabei ist zu beachten, dass sich Gefährdungen sehr unterschiedlich darstellen können. Sie sind abhängig von Personen, Orten und Gelegenheiten. Ihre Ursachen können sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Vereines liegen. Es wird unterschieden zwischen Vernachlässigung und Misshandlung, welche sowohl aktiv als auch passiv erfolgen kann. Oft wird gleich an sexuelle Handlungen gedacht, aber auch emotionale, seelische oder körperliche Misshandlungen zählen zur Kindeswohlgefährdung. Ganz konkret hatten sich der Main-Kinzig-Kreis und der Sportkreis Main-Kinzig, stellvertretend für die Träger der öffentlichen Jugendhilfe und die Vereine zusammengesetzt, um einen Handlungsrahmen für unsere Region zu erarbeiten. Dieser ist mit Beschluss vom Oktober 2017 in Kraft getreten. Hauptpunkte der Vereinbarung sind die sorgsame Auswahl von Mitarbeitern im Jugendbereich, die Sensibilisierung der Vereine für die Problematik und der Aufbau einer angemessenen Hilfs- und Interventionsstruktur.
Als erster Schritt ist es der Sportgemeinschaft Bruchköbel gelungen, Frau Anja Oltsch als ihre Kindeswohlbeauftragte zu gewinnen. Sie schloss ihr Studium der Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt vor kurzem erfolgreich ab und arbeitet auch beruflich mit Kindern. Um sich auf ihre neue Aufgabe gründlich vorzubereiten, besuchte die Mutter zweier erwachsener Kinder bereits im Herbst eine Fachschulung zum Thema Kindeswohl des Landessportbundes Hessen. In ihrer Funktion agiert Frau Oltsch unabhängig vom Vorstand/Präsidium der SG Bruchköbel und ist die vertrauliche sowie sachliche Ansprechpartnerin für Kinder, Jugendliche, Trainer, Eltern und Vorstandsmitglieder. „Vertraulichkeit, Besonnenheit und Ernsthaftigkeit sind mir als Kindeswohlbeauftragte sehr wichtig“, so Anja Oltsch. Dabei ist sie in ein Netzwerk aus Landessportbund, Kindeswohlbeauftragten der Sportfachverbände und der Jugendpflege des Main-Kinzig-Kreises eingebunden und kann sich bei Bedarf fachlichen Rat und Unterstützung einholen. Als Sportverein mit einer großen Nachwuchsabteilung steht die Sportgemeinschaft Bruchköbel in einer großen Verantwortung. „Das Wohl aller unserer Mitglieder, insbesondere unserer Jüngsten liegt uns ganz besonders am Herzen“, so Präsident Martin Wilhelmi. „Gerade als Sportverein, der sich der Förderung des Gemeinwohls verschrieben hat, ist es nötig hinzusehen und zu helfen.“ Er gibt zu bedenken, dass Vereine sich nicht der Illusion hingeben sollten, davor gefeit zu sein, jemals mit diesen Themen konfrontiert zu werden. „Letztendlich sind wir Teil von und Spiegel dieser Gesellschaft, mit allen ihren guten wie auch schlechten Seiten.“ Durch die Ernennung von Frau Oltsch und durch die Verankerung des Kindeswohls in der Satzung der Sportgemeinschaft, welche am 29. Mai auf der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus Bruchköbel zur Abstimmung steht, rückt der Schutz von Kindern und Jugendlichen an die erste Stelle. Frau Oltsch ist unter anja.oltsch[at]sg-bruchkoebel[dot]de und unter Tel.: 0176/56580663, Herr Wilhelmi unter martin.wilhelmi[at]sg-bruchkoebel[dot]de und unter Tel.: 0177/2724625 zu erreichen.

 

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