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(Bruchköbel/jgd) – Es sei ein Erfolg für die Umwelt - so interpretieren die Parteien im Stadtparlament ihren jetzt in ihrer Septembersitzung gefassten Beschluss zur Vermeidung von Plastikmüll. Dieser war auf Antrag der Fraktion Bündnis90/Grüne zustande gekommen. Die Stadt Bruchköbel verzichtet in Zukunft in den Gebäuden der Stadt sowie in den städtischen Betrieben auf vermeidbare Einweg-Kunststoffprodukte. Diese neue Regel soll auch Veranstaltungen betreffen, die etwa von Vereinen bei der Stadt angemeldet werden. Für eine Genehmigung wird den Veranstaltern dann verbindlich zur Auflage gemacht, keine Einweg-Trinkbecher, Teller und Geschirr aus Kunststoff mehr einzusetzen.


Dadurch sollen in der Zukunft Einweg-Kunststoffprodukte drastisch reduziert und bestenfalls gänzlich vermieden werden. Diese Produkte sollen durch eine plastikfreie Alternative ersetzt werden, heisst es in der Begründung zum Beschlusstext. Letzterer macht allerdings die grundsätzliche Plastikfreiheit von Mehrweggeschirr nicht zwingend.

Die Stadt Bruchköbel sei in dieser Sache übrigens schon einmal weiter gewesen, betonte Grünen-Sprecher Uwe Ringel vor dem Parlament. Schon den neunziger Jahren habe es einen ähnlichen Beschluss gegeben. Daraufhin sei sogar ein Geschirrspülmobil angeschafft worden, das auf allen Festen verwendet wurde. Auf dem Weihnachtsmarkt wurden Pfandbecher aus Plastik eingeführt. Jegliches Einweggeschirr war untersagt worden. Mit den Jahren wurde dies aber nur noch lax gehandhabt. Daher gelte es jetzt, eine nachhaltigere Strategie zu entwickeln, welche nicht durch Bequemlichkeit wieder aufgeweicht werden könne, so Ringel. Die Gefahr für Mensch und Umwelt, die von Einweg-Kunststoffprodukten ausgeht, sei hinlänglich bekannt. Dennoch habe sich der Plastikverbrauch in den deutschen Haushalten in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Es liege also an jedem Einzelnen, etwas dagegen zu tun. Durch die Vermeidung von Einweggeschirr beweise die Stadt Bruchköbel ihre Weitsicht im Bereich des Umweltschutzes.