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Foto © Stadt Nidderau

5 Jahre Frauenkino

(Nidderau/pm) -  Die Geschichte des Nidderauer Kinos begann im Laufe des Jahres 2000, als interessierte Kinobetreiber an Bürgermeister Schultheiß mit der Bitte herantraten zu prüfen, ob die Möglichkeit bestehe, in Nidderau ein Kino zu bauen. Durch seine zentrale Lage zwischen Hanau und Friedberg und sein ständiges Bevölkerungswachstum sei Nidderau ein guter Standort. Für den Bau des Kinos eignete sich besonders die Fläche zwischen Bertha-von-Suttner-Schule und Schwimmbad. Die große Anzahl schon vorhandener Parkplätze sowie die Bushaltestelle seien positive Voraussetzungen für die Verkehrsanbindung.

Allerdings mussten bei der Realisierung des Kinoprojektes von der 12.900 qm großen Liegewiese des Schwimmbades 700 bis 800 qm für die Errichtung des Miniplexkinos mit 650 Plätzen in 5 Sälen für die Baumaßnahmen abgegeben werden. Nachdem Bürgermeister Schultheiß die Öffentlichkeit über die Absicht eines Investors informiert hatte, musste in der Stadtverordnetenversammlung darüber entschieden werden. Dies führte auch in der Öffentlichkeit zu harten Diskussionen und Auseinandersetzung über das Für und Wider eines Kinobaus in der Stadtmitte. Nach einer längeren Diskussionsphase gab es zwischen SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen ein Pro-Kino-Bündnis. Die FWG (Freie Wählergemeinschaft) kämpfte mit viel Engagement gegen die Errichtung eines Kinos an dem geplanten Standort und erzwang einen Bürgerentscheid, der dann auch am 21. Januar 2001 stattfand. Dort allerdings sprach sich die Mehrheit für den Bau des Kinos aus, das dann am 17. September 2003 eröffnet wurde und sich seitdem großer Beliebtheit in und um Nidderau erfreut.

Zudem ist die Kinoleitung offen für Filme, die sich an ein bestimmtes Publikum richten, beispielsweise an Frauen und Themen präsentiert, die Frauen besonders ansprechen oder auch betreffen. So gab es beispielsweise schon im Jahr 2006 eine „Kooperation“ des Frauenbüros Nidderau und des Frauenbüros Schöneck mit dem Kino Luxor, in der in der Reihe „Frauensicht“ mehrere Filme wurden. Das Nidderauer Frauenkino gab es dann wieder seit Herbst 2013 und war das Anliegen eines Beiratsmitglieds. Der Beirat für Familie und Jugend konstituierte sich zum ersten Mal im Juni 2012 und für Beiratsmitglied Dagmar Stange war von Anfang an klar, dass es wieder ein Frauenkino in Nidderau geben musste und sie fand im Beirat dann recht schnell Mitstreiterinnen für die Auswahl der Filme und die gesamte notwendige Organisation: Gaby Ross, Edith Müller und Carola Meininger. In Herrn Englert, der Betreiber des örtlichen Kinos Luxor, fand der Beirat dann auch noch einen kompetenten Partner, der das Projekt Frauenkino seitdem tatkräftig unterstützt. Die Reihe Frauenkino zeigt in jedem Jahr von Oktober bis März an jedem 3. Mittwoch des Monats einen Film von Frauen, über Frauen und zu Themen, die Frauen interessieren. Hier nur ein paar Highlights der vergangenen Jahre: Start mit „Paulette“, einem Film über eine Rentnerin in Paris, die ihre Rente mit dem Verkauf von Haschisch aufbessert, „Im August in Osage County“ mit Meryl Streep in der Hauptrolle, „Suffragetten“, Frauenrechtlerinnen in Großbritannien, die Anfang des 20. Jahrhunderts für das Frauenwahlrecht kämpften. Als Höhenpunkt der Frauenkino-Reihe 2017/2018 konnte der Beirat im Januar 2018 als „Zugabe“ zum geplanten Film „Aimée und Jaguar“ eine Lesung mit der Autorin des gleichnamigen Buches organisieren. Erica Fischer, Autorin, las aus ihrem Buch vor, das als Vorlage für den gleichnamigen Film diente. Die beiden Frauen Aimée und Jaguar – im wirklichen Leben Lilly Wust, verheiratet und Mutterkreuzträgerin, und die Jüdin Felice Schragenheim – gab es tatsächlich in der Zeit des Dritten Reiches und sie hatten sich ineinander verliebt: Lilly Wust überlebte und erzählte Erica Fischer in den 90-iger Jahren ihre Geschichte. Die Lesung fand im Kino Luxor statt und die Besucher konnten eine recht abwechslungsreiche Lesung verfolgen, ergänzt durch persönliche Erinnerungen der Autorin während ihres Gesprächs mit Lilly Wust. Das Publikum zeigte sich sehr interessiert am Leben der beiden Frauen und Frau Fischer konnte immer wieder Fragen beantworten, deren Antworten nicht im Buch zu finden waren. Motiviert durch diese gelungene Veranstaltung „Literatur im Kino“ plant der Beirat für Familie und Jugend eine weitere Lesung in Verbindung mit einer Literaturverfilmung. Der Beirat für Familie und Jugend der Stadt Nidderau möchte an dieser Stelle dem Kino Luxor zum 15. Geburtstag herzlich gratulieren und sich für die gelungene Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedanken. "Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!".