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Josef Kraus. Foto © Thoran / FF Bruchköbel

(Bruchköbel/pm) - Die Feuerwehr hatte ein Problem: Für ihren Kameraden Josef Kraus hatten sie schlichtweg keine Ehrungen mehr. Josef Kraus, den alle nur liebevoll „Beppi“ nennen, trat 1948 in die Feuerwehr ein und war bis zum Erreichen seines 60. Lebensjahres immer als aktiver Feuerwehrmann dabei. „Bei 60 Jahren Zugehörigkeit zur Feuerwehr ist die letzte offizielle Ehrung erreicht“, sagte Wehrführer Nino Balzer. „Für das 70. Jubiläum haben wir uns daher mit Hilfe des Main-Kinzig-Kreises etwas anderes einfallen lassen“.

Der nichtsahnende Jubilar tauchte wie immer zum üblichen Treffen der Ehren- und Altersabteilung am Montagabend im Feuerwehrhaus auf. Doch etwas war anders. Die aktiven Feuerwehrkameraden übten nicht, stattdessen warteten viele Gäste. Darunter auch Kreisbrandinspektor Markus Busanni, der persönlich zu dieser Verleihung gekommen war. „Es ist schon eine beachtliche Zeit lieber Josef. Vor 7 Jahrzehnten lag Deutschland in Trümmern, die Welt war eine völlig andere. Sich in dieser Zeit für die Feuerwehr zu engagieren eine klare Entscheidung“, so Busanni anerkennend. Busannis Frage, nach der damaligen technischen und persönlichen Ausstattung, wurde ihm prompt beantwortet. „Wir trugen „Metzgerkittel“ und fuhren mit einem Pritschenwagen mit Anhänger raus wenn es brannte“, erinnerten sich die alten Kameraden. Für seine beachtliche Verbundenheit mit der Feuerwehr bekam „Beppi“ dann die Verdienstmedaille des Main-Kinzig-Kreises in Silber verliehen. „Wenn wir uns zum 80. Jubiläum hier treffen, vergebe ich Gold“, sagte Busanni abschließend. In gemütlicher Runde ließen die Feuerwehrleute dann den Abend in Ruhe ausklingen.